CIfA Deutschland FAQ

Wir erhalten von verschiedensten Seiten oft Anfragen, die einander recht ähnlich sind. Um einige der wichtigsten Fragen kurz und knapp an einem Ort erklären zu können, stellen wir Ihnen hier ein kleines FAQ - auch zum Download CIfA Deutschland FAQ - zur Verfügung.

Was macht das CIfA zu einem Berufsverband?
Das CIfA setzt als Berufsverband hohe fachliche und ethische Standards und fordert von seinen akkreditierten Mitgliedern deren Einhaltung. Die individuellen fachlichen Fähigkeiten werden durch ein fachinternes Gremium (=Akkreditierungskomitee) anhand nachvollziehbarer Kriterien, der sogenannten Kompetenzmatrix, geprüft (= Akkreditierung). Standards und Richtlinien ergänzen den ethischen Kodex um weitere Regeln zum fachlich angemessenen Verhalten einer im archäologischen Sektor tätigen Person, egal ob selbständig, angestellt an Universität, Museum oder Fachfirma oder auch im Ehrenamt. Bei nachweisbaren Verstößen gegen dieses Regelwerk ergreift das CIfA (nach einer eingehenden Prüfung) disziplinarische Maßnahmen, die zunächst zu konkreten Verbesserungen aufrufen, dann im Härtefall aber auch zum Ausschluss aus dem CIfA führen können. Das CIfA wirkt also als fachinternes Kontrollorgan zur Qualitätssicherung und zugleich als eine Anlaufstelle für Jedermann bei Verdacht auf unprofessionelles Verhalten oder auch unangemessene Arbeitsbedingungen. Ein vergleichbares Akkreditierungssystem existiert beim CIfA auch für archäologische Organisationen (Fachfirmen, Museen, Universitäten etc.). Dieses wird zurzeit auf die deutschen Gegebenheiten angepasst.
Dieses Bündel aus vom Fach und Berufsstand selbst definierten Regeln, einer stetigen, fairen Kontrolle deren Einhaltung durch die Kollegenschaft („Peers“) und den ggf. greifenden Sanktionsmaßnahmen machen CIfA zu einem Berufsverband. Die meisten anderen archäologischen Organisationen haben – aufgabengemäß – keine vergleichbar hohen Eintrittsschwellen, und vor allem keine vergleichbaren Sanktionen für Mitglieder, die gegen die festgelegten Regeln verstoßen.

Warum eine Zweigstelle eines englischen Berufsverbandes in Deutschland?
Das in Großbritannien beheimatete, internationale CIfA (3.400 Mitglieder) wurde vor über 30 Jahren gegründet. Es ist heute finanziell stabil, politisch handlungsfähig und einflussreich und hat langjährige Erfahrung damit, ein Berufsverband zu sein. Anders ausgedrückt: der Aufbau von CIfA bis hin zu seiner heutigen Bedeutung und Handlungsfähigkeit hat 30 Jahre gedauert. Die Nöte und Probleme der Archäologie in Deutschland sind jedoch heute real und akut. Es macht wenig Sinn, für den Aufbau einer „deutschen“ Lösung 30 Jahre Zeit und Kraft zu investieren um dann erst die heutigen Probleme angreifen zu können. Daher ist es weitaus effizienter, sich einer bewährten, existierenden Lösung anzuschließen, um in Deutschland schneller zu Ziel zu kommen. Zudem unterstützt CIfA den Aufbau von CIfA Deutschland finanziell (bis dato mit ca. 14.500 €) und vor allem auch fachlich. Dennoch kann, muss und soll sich CIfA Deutschland in Deutschland so entwickeln, wie es für die deutsche Archäologie am besten passt. CIfA Deutschland darf und wird eine eigenständige Entwicklung durchlaufen, profitiert aber vom Start weg von 30 Jahren Wissen und Erfahrung, und auch handfest von der Solidarität der internationalen CIfA-Mitglieder.

Was macht laut CIfA eine/n professionelle/n Archäologen/in aus?
Wichtig ist die Objektivität und Professionalität der archäologischen Arbeit, der Fokus des archäologischen Arbeitens liegt auf dem Mehrwert, den diese Arbeit für alle – v.a. für die Öffentlichkeit – hat. Professionelle Arbeit wird nicht durch politische oder finanzielle Erwägungen kompromittiert. CIfA-zertifizierte Archäologen zeichnen sich zudem durch ihre nachweisbare Kompetenz aus: Ihre Arbeit und Fähigkeiten wurden objektiv durch Fachleute (akkreditierte CIfA-Mitglieder verschiedener Arbeitsbereiche und Ausbildungsgrade) geprüft, wobei neben den rein fachlichen Fähigkeiten auch fach-ethische Werte und Prinzipien wichtig sind. Sie engagieren sich nachweißlich für ihre eigene kontinuierliche berufliche Entwicklung und Weiterbildung und sie zeichnen voll verantwortlich für ihre Handlungen. Diese Kriterien können von Kollegen beurteilt werden und ziehen bei objektiv nachprüfbarem Fehlverhalten Konsequenzen nach sich.

Was sind die Vorteile einer CIfA-Akkreditierung für die Archäologie?
Durch akkreditierte Personen oder Institutionen durchgeführte Arbeiten folgen einem übergeordneten, allgemein gültigen ethischen Rahmenwerk und von der Gemeinschaft professioneller Archäologen selbst entwickelten und allgemein respektierten fachlichen Standards. Hierdurch kann sowohl politischer Einflussnahme als auch der möglichen Einmischung des Auftragsgebers widerstanden werden. Eine glaubwürdige Art der Professionalisierung erhöht die Wertschätzung durch andere Gewerke. Die CIfA-Zertifizierung gilt überall auf der Welt und ist somit auch Staaten und Bundesländer übergreifend wirksam. An akkreditierte archäologische Organisationen werden zudem klare Anforderungen zum Thema Renten, Urlaub und dem Zugang zur Weiterbildung gestellt. Dadurch schafft CIfA europaweit faire Wettbewerbsbedingungen z.B. zwischen Fachfirmen.

Was sind die Vorteile einer CIfA-Akkreditierung für mich persönlich?
Als Mitglied hat man einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen, die nicht bei CIfA akkreditiert sind, da die eigene Leistung anhand objektiver Kriterien bestätigt wurde und so klar nachvollziehbar ist, welche Fähigkeiten man im Beruf Archäologie besitzt. So ist die Möglichkeit gegeben, in unterschiedlichen Systemen und an unterschiedlichen Orten arbeiten zu können, ohne sich stets komplett neu beweisen zu müssen. Das bietet zusätzlich für Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Möglichkeit z.B. bei Stellenausschreibungen oder Gehältern, anhand dieser Akkreditierungsgrade und der darin geforderten Fähigkeiten für die gewünschte Bezahlung oder Position zu argumentieren. Auch sind die einzelnen Akkreditierungsgrade mit klaren Gehaltsempfehlungen verknüpft. Das trägt zu einheitlichen und transparenten Gehaltsstrukturen bei. Die Mitgliedschaft in einem Berufsverband erhöht zudem den Respekt anderer Berufe und Fachleute gegenüber den in der Archäologie Tätigen.

CIfA schert nicht alle über einen Kamm! Man kann sich innerhalb des Fachs Archäologie nach unterschiedlichen Profilen akkreditieren. CIfA ist offen für Spezialisten und Quereinsteiger in und rund um die Archäologie, wie z.B. die physische Anthropologie, für die es eigene Kriterien und Regeln gibt.

Was sind die Vorteile der CIfA-Akkreditierung für andere, z.B. Investoren?
Unter Kollegen weiß man oft, was ein bestimmter Archäologe/in kann, wie eine Firma arbeitet. Aber Fachfremde wie z.B. Investoren haben dieses Wissen nicht, und egalitäre alphabetische Listen von Firmen, die in einer Region arbeiten, bieten auch keine Hilfe. Soll man sich bei seinen Entscheidungen aufs Hörensagen verlassen? Hier bietet die CIfA-Akkreditierung Auftraggebern und Investoren einen erkennbaren Mehrwert, denn sie signalisiert, dass die Gemeinschaft der Fachkollegen jemanden oder eine Firma als „professionell“ anerkannt hat. Ist ein Investor unsicher, ob eine Arbeit ordentlich und vertragsgemäß erbracht wurde, kann der beim CIfA nachfragen und ggf. auch die Untersuchung eines eventuell dubiosen Falls anstoßen. Das schafft Klarheit und Sicherheit.

Welche Rechte und Pflichten habe ich als CIfA-Mitglied?
Akkreditierte CIfA-Mitglieder verpflichten sich dazu, sich an den ethischen Kodex sowie sämtliche auf sie zutreffende Richtlinien und Regelwerke zu halten. Reguläre und studentische Mitglieder, die noch nicht akkreditiert sind, können sich freiwillig zu deren Einhaltung verpflichten. Das Wahlrecht steht allen Mitgliedern zu, jeder kann bei wichtigen Fragen zu Vorgehen, Aufgabenplanung und Zielen des CIfA abstimmen. Auch das passive Wahlrecht zur Wahl in den Beirat kann durch jedes Mitglied wahrgenommen werden. Lediglich das passive Wahlrecht als Mitglied des engeren Vorstandes sowie das Stimmrecht bei allen die Akkreditierung betreffenden Themen sind akkreditierten Mitgliedern vorbehalten.
Jedes Mitglied kann Anfragen an den Vorstand richten. Ebenso steht die aktive Mitarbeit z.B. in den bereits existierenden Arbeitsgruppen offen. Die Meinung jedes Mitglieds ist dem CIfA Vorstand wichtig.

Wie steht CIfA Deutschland zu den anderen Verbänden in Deutschland?
CIfA Deutschland möchte mit allen bestehenden Verbänden zusammenarbeiten und gemeinsam eine bessere Zukunft für die deutsche Archäologie schaffen. Hierbei füllt CIfA Deutschland eine aktuell existierende Lücke, da es sich übergreifend um alle in der Archäologie Tätigen, egal ob Studierende, Selbständige, Angestellte, Beamte oder Arbeitgeber (Unternehmer) kümmert, und zwar überall, seien sie in einer Fachfirma, an einer Universität oder an einem Museum beschäftigt. In Deutschland gibt es bis dato keine ebenso umfassende wie wirkungsvolle Kontrolle der fachlichen wie sozialen Qualität, wie es nun mit CIfA Deutschland durch die Akkreditierung, den Verhaltenskodex sowie den Sanktionierungsmaßnahmen möglich wird.

Welchen rechtlichen Status hat eigentlich CIfA Deutschland?
CIfA Deutschland ist eine Regionalgruppe ("area group") des international agierenden und in Großbritannien als CIfA "Chartered Institute for Archaeologists" registrierten Berufsverbandes für alle in der Archäologie Tätigen (mehr dazu z.B. unter https://www.archaeologists.net/about). D.h. dass CIfA Deutschland innerhalb des CIfA einen eigenen, internen Rechtsstatus als stimmberechtigte Gruppe hat. Ein Ziel der Regionalgruppe Deutschland für die nächste Zeit ist es, sich in Deutschland zusätzlich auch mit deutscher Rechtsform zu etablieren, z.B. als in Deutschland eingetragener Verein.

Wer ist vertretungsberechtigt?
Das CIfA wird durch seinen in Großbritannien ansässigen Vorstand vertreten.

Wer ist Ansprechpartner für CIfA Deutschland?
Für Fragen zu CIfA und CIfA Deutschland ist in Deutschland Michaela Schauer MA ACIfA zuständig. Sie können sie unter cifa.deutschland [at] archaeologists.net kontaktieren.

(Stand Juni 2018)

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